„Unter Oberbarmen“, so beschriebt es das Kunstprojekt „Die Wüste lebt“ in seinem Tourismusplan für diesen Stadtteil, „liegen die Ruinen von Rittershausen.“ Die Assoziationen, die durch eine solche Aussage geweckt werden sollen, liegen auf der Hand, denn wer denkt nicht an Ritter und ihre Burgen, wenn er Rittershaus hört. Liegt also wirklich eine zerfallene Burg irgendwo unter Oberbarmen versteckt, wie es auch in Elberfeld der Fall ist? Und wenn nicht, woher kommt denn der Name Ritterhausen, der als sprachliche Ruine noch existiert, aber kaum noch mit Leben gefüllt ist?
„Die Ruinen von Rittershausen. Spurensuche in Oberbarmen“ weiterlesenWas vom Namen blieb – Eine kleine Spurensuche zur Familie Schnickmann in Rostock
Die Stadt Rostock ist reich an alten Namen. Manche klingen vertraut, andere fremd und vergangen – wie ein Echo aus Zeiten, die uns nur noch in Fragmenten erreichen. Einer dieser Namen ist Schnickmann. Er steht heute an einer Straße im Zentrum. Früher bezeichnete er auch ein Tor der Stadt. Doch wer war die Familie Schnickmann, deren Name sich so dauerhaft in das Stadtbild eingeschrieben hat?
„Was vom Namen blieb – Eine kleine Spurensuche zur Familie Schnickmann in Rostock“ weiterlesenBarmens koloniales Erbe
„Die koloniale Liebe liegt dem bergischen Volk im Blut!“ Diese Worte sprach Franz Ritter von Epp 1939, als die Stadt Wuppertal das erste koloniale Jugendheim Deutschlands in Langerfeld eröffnete. Franz Ritter von Epp war einer der größten Bewunderer Hitlers. Aus Bayern stammend gehörte er von Beginn an zu denjenigen, die den Nationalsozialismus begeistert aufnahmen und bis zum Schluss von seiner menschenverachtenden Sache überzeugt waren. Im Kaiserreich war Franz von Epp ein erfolgreicher Militär gewesen, der zwar vor allem in Deutschland stationiert war, aber auch in den deutschen Kolonien seinen Dienst tat. So gehörte er u.a. zu jenen Soldaten, die 1904 bei der Vernichtung des Volkes der Herero im heutigen Namibia dabei waren.
„Barmens koloniales Erbe“ weiterlesenSäufer, Brauereien und Wahllokale – Alkohol in Wichlinghausen
Der Wichlinghauser Markt wird oftmals als ein Ort beschrieben, an dem sich zahlreiche Menschen aufhalten, die es gewohnt sind, in aller Öffentlichkeit und zu jeder Uhrzeit Alkohol zu konsumieren. Nicht selten werden diese Menschen als Störfaktor im öffentlichen Raum wahrgenommen. Dabei hat der Konsum von Alkohol in Wichlinghausen eine lange Tradition, wie der folgende Witz belegt, der wohl aus der Zeit des Kaiserreiches stammt:
Zwei Wichlinghauser Pensionäre finden eine Goldmark. Fragt der eine: „Was machen wir denn mit dem Geld?“ Sagt der andere: „Wir kaufen davon zu neun Zehntel Schnaps und zu einem Zehntel Brot!“. Darauf der andere: „Mensch, was machen wir denn mit all dem Brot?“
„Säufer, Brauereien und Wahllokale – Alkohol in Wichlinghausen“ weiterlesenDas Schulgebäude in der Matthäusstraße
Das Schulgebäude war 1955 das erste neu errichtet in Wuppertal. Der Bau war zunächst als Volksschule erbaut worden, um den vielen neu zugezogenen Menschen in Wichlinghausen eine Schule zu bieten. Bedingt dadurch, dass Wichlinghausen anders als die Talsohle von größeren Treffern relativ verschont geblieben war, sowie den Zuzug der Vertriebenen, kam es in Wichlinghausen nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer sehr starken Bevölkerungsentwicklung. So stiegen etwa die Zahlen der lutherischen Kirchengemeinde Wichlinghausen von den 1930er Jahren bis 1945 um 7000 Menschen an. Auch ganz persönlich war die Schule mit der Gemeinde verbunden, denn die Schülerlisten zeigen, dass die Kinder der Pfarrer hier zur Schule gingen, aber auch meine Mutter und mein Onkel. Auch in der Nachkriegszeit kamen zahlreiche Menschen hinzu. So manche bauliche Veränderung bis in die 1970er Jahre hinein ist diesem Zuzug geschuldet.
„Das Schulgebäude in der Matthäusstraße“ weiterlesenDer Wichlinghauser Kunstmaler Hermann Schmidtmann
Wer sich von Zeit zu Zeit zu Fuß durch die Straßen Wichlinghausens aufmacht, kennt die ruhigen Ecken des Stadtteils. Der alte Freudenberg gehört dazu, heute die Rathenausstraße, die an der Nordbahntrasse endet. Von ihr gehen viele kleine Straßen ab, etwa die Matthäusstraße. Während der untere, östliche Teil der Straße durch kleine Fachwerkhäuser gesäumt ist, finden sich im westlichen Teil der Straße moderne Gebäude, nicht modern im Sinne, dass sie erst wenige Jahre alt sind, sondern modern, weil sie aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts stammen.
„Der Wichlinghauser Kunstmaler Hermann Schmidtmann“ weiterlesenPersonen und ihre Straßen – Die Patronate von Straßen in der Barmer Nordstadt und in Wichlinghausen
In der letzten Ausgabe des Nordparkechos schrieb ich an dieser Stelle von problematischen Straßennamen in der Barmer Nordstadt und in Wichlinghausen. Doch nicht alle Straßen, die nach Personen benannt sind, sind problematisch. In diesem Artikel möchte ich ein paar Beispiele für solche Straßennamen aufzeigen.
„Personen und ihre Straßen – Die Patronate von Straßen in der Barmer Nordstadt und in Wichlinghausen“ weiterlesenIndustrialisierung und Textilgeschichte in Oberbarmen – eine historische Spurensuche
Wer über die Industrialisierung Oberbarmens spricht, muss zunächst einen Schritt zurücktreten. Denn „Oberbarmen“ ist ein moderner Verwaltungsbegriff, entstanden vor etwa fünfzig Jahren, um verschiedene historisch gewachsene Ortschaften wie Wichlinghausen, Rittershausen, Wupperfeld und Nächstebreck unter einem Stadtbezirk zusammenzufassen. Die alten Namen aber, wie etwa „Wupperfeld“, sind nicht verschwunden – sie leben in Straßennamen fort und stehen sogar noch an Gebäuden, wie etwa am Umschlagwerk der WSW an der Straße Krühbusch. Die Geschichte dieses Bezirks lässt sich also nicht pauschal erzählen, sondern muss differenziert und ortsgebunden erfolgen – und dabei rückt Wupperfeld besonders in den Fokus.
„Industrialisierung und Textilgeschichte in Oberbarmen – eine historische Spurensuche“ weiterlesenProblematische Straßennamen und ihre Bedeutung im Umfeld des Nordparks
Straßennamen sind mehr als bloße Orientierungshilfen – sie erzählen Geschichte, stiften Identität und transportieren Ideologie. Der Blick auf Umbenennungen von der Berliner Mohrenstraße bis zur Wuppertaler Alfredstraße zeigt, wie politische Macht, gesellschaftlicher Wandel und Erinnerungskultur sich im Stadtbild spiegeln – und welche Konflikte daraus entstehen.
„Problematische Straßennamen und ihre Bedeutung im Umfeld des Nordparks“ weiterlesenWie der Sedansberg entstand
Wo früher Wichlinghausen war, sagen heute viele: „Das ist doch Barmen.“ Der Sedansberg liegt geografisch noch auf historischem Wichlinghauser Boden – doch mental, politisch und städtebaulich hat er sich längst emanzipiert. Wie das kam, zeigt ein Blick in die Geschichte von Gut Westkotten bis zur Barmer Baugenossenschaft.
„Wie der Sedansberg entstand“ weiterlesen
