Oberbarmen, Nächstebreck & Wichlinghausen: Geschichte(n) einer Leidenschaft

Manche sehen in Oberbarmen nur die Schlagzeilen über Kriminalität oder soziale Brennpunkte. Ich sehe etwas anderes: Einen faszinierenden Mikrokosmos der Stadt Wuppertal, in dem sehr viel passiert und in dem Menschen wunderbare Dinge bewegen. Mein Name ist Heiko Schnickmann. Ich bin Historiker, Lokalpatriot und lebe schon mein ganzes Leben in Wichlinghausen. In den letzten zehn Jahren habe ich unzählige Essays verfasst, Führungen geleitet und Archivmaterial gesichtet, um die Tiefe unseres Stadtbezirks zu ergründen.

All dieses Wissen – ergänzt um viele neue Artikel – habe ich nun in meinem Buch „Oberbarmen – Geschichte(n) eines Stadtbezirks“ zusammengefasst. Auf 350 Seiten lade ich Sie ein, unsere Heimat mit ganz neuen Augen zu sehen und hinter die Fassaden der bekannten Straßenzüge zu blicken.

Dabei begegnen uns spannende historische Details, wie die Geschichte der Mählersbeck, die in den 1920er Jahren ein Hort des Kommunismus war. In dem ursprünglichen Tanzlokal mit Bad gab es sogar versteckte Räume, in denen während des Kapp-Putsches Waffen gelagert wurden. An anderer Stelle, etwa an der Kreuzstraße, habe ich das Leben einer Familie rekonstruiert, die dort ihr Haus baute, arbeitete und schließlich scheiterte. Es sind genau diese menschlichen Schicksale und rätselhaften Orte wie die Spindelbrücke oder die Verlobungsstraße, die das Gesicht unseres Viertels prägen.

Mir geht es in meiner Arbeit aber nicht nur um die reine Rückschau. Mein Buch soll auch dazu beitragen, das Bild des Stadtteils geradezurücken und die Wahrnehmung für das Gute zu schärfen. Oft gehen das enorme Engagement in unseren Vereinen, die Arbeit im Kulturzentrum oder in der Färberei in der öffentlichen Berichterstattung unter. Ich möchte zeigen, dass Migration, Arbeit, Religion und auch die schwierigen Seiten wie Kriminalität und Alkohol zu einem lebendigen Ganzen gehören, das es zu verstehen gilt.

Ich stelle immer wieder entzückt fest, wie viel es hier noch zu entdecken gibt. Man muss nicht nach Bordeaux reisen, um Spannendes zu finden – oft reicht ein zweistündiger Spaziergang durch unsere alten Straßen, um mit dem richtigen Wissen eine völlig neue Perspektive einzunehmen. Mein Buch soll ein Anstoß sein, damit wir uns im Stadtteil zukünftig noch besser vernetzen und die Vielfalt, die uns umgibt, wertschätzen.

„Oberbarmen – Geschichte(n) eines Stadtbezirk“ ist ab sofort online und auf Bestellung im stationären Buchhandel erhältlich.

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