In der Westkotter Straße 202 in Wuppertal-Wichlinghausen steht ein Gebäude, das heute als architektonisches Mahnmal einer längst vergangenen Ära der Heilkunst fungiert. Es ist nicht irgendein Haus; es war das erste Steinhaus, das in dieser Gegend errichtet wurde, erbaut in der Zeitspanne zwischen 1834 und 1843. Über 160 Jahre lang beherbergte es die Hirsch-Apotheke, eine Institution, die für die Menschen im Stadtteil weit mehr war als nur eine Verkaufsstelle für Medikamente. Um diesen Ort und insbesondere um eine seiner prägendsten Figuren, den Provisor Hömerich, hat sich im Laufe der Jahrzehnte ein Geflecht aus Legenden, mündlichen Überlieferungen und historischen Fakten gewoben, das heute eine faszinierende Detektivarbeit ermöglicht. Es geht dabei um die Frage, wie ein Mensch zur lokalen Ikone wird und was geschieht, wenn das Licht der Archivforschung auf die schattigen Winkel der Überlieferung fällt.
„Heilkunst und Stadtteilgeschichte: Die Geschichte der Wichlinghauser Apotheke“ weiterlesenPaw Patrol als neoliberale Utopie – eine kultursoziologische Lesart
Es gibt Medienprodukte, die den Alltag von Millionen Menschen prägen, ohne dass sie als politisch oder gesellschaftlich relevant wahrgenommen werden. Paw Patrol gehört eindeutig dazu. Die Serie läuft in über 160 Ländern, ist allgegenwärtig im Familienalltag und hat einen geschätzten Retail-Umsatz von rund sieben Milliarden Dollar generiert. Üblicherweise verbindet man eine solche globale Reichweite mit Nachrichtensendern oder großen Filmfranchises. Umso überraschender ist es, dass sich ein erheblicher Teil kultursoziologischer Kritik ausgerechnet an einer Vorschulserie entzündet, in deren Zentrum ein zehnjähriger Junge, seine Fahrzeuge und eine Gruppe von Rettungshunden stehen.
„Paw Patrol als neoliberale Utopie – eine kultursoziologische Lesart“ weiterlesenVon Diven, Göttinnen und dem Patriachat
Ich schreibe diesen Text im Februar 2026. Versuchen Sie sich kurz zu erinnern, was Sie im Juni 2025 getan haben. Vor neun Monaten. Wissen Sie es noch genau? Ich weiß es nicht. Und neun Monate sind für uns eine überschaubare Zeit.
„Von Diven, Göttinnen und dem Patriachat“ weiterlesenAbschied von Rita Süssmuth: Die Wichlinghauserin, die die Integrationskurse erfand
Wuppertal trauert um eine seiner profiliertesten Töchter. Rita Süssmuth, die gestern im Alter von 88 Jahren verstarb, war nicht nur Bundesministerin und Bundestagspräsidentin. Getragen von ihrem tiefen katholischen Glauben und einem christlichen Menschenbild, das keine Grenzen kannte, wurde sie zur entscheidenden Architektin der deutschen Integrationspolitik.
„Abschied von Rita Süssmuth: Die Wichlinghauserin, die die Integrationskurse erfand“ weiterlesen
