Schriftgeschichte – ein Überblick

Bei einer Überblicksdarstellung einer historischen Entwicklung eines Gegenstands ist es üblich chronologisch vor zugehen und am Anfang zu beginnen. Wo ein solcher Anfang liegt ist aber immer davon abhängig, wie der zu beschreibende Gegenstand definiert wird. Das ist bei der Geschichte der Schrift nicht anders. Daher wollen auch wir mit einer Definition anfangen.

Die einfachste Definition von Schrift wäre zu sagen, alles was ein Mensch an Abdrücken hinterlässt, für die er ein Werkzeug benötigt (also Pinsel und Frabe, Finger und Dreck, Stab und Ruß) sind Schrift. Das würde bedeuten, dass alles Gekrakelte, das beim Telefonieren entsteht als Schrift zu werten ist. Der natürliche Menschenverstand wird diese Definition nicht gelten lassen können. Er wird es erweitern auf die Bedingung, dass bewusst etwas erstellt worden ist, das zur Informationsübermittlung dient. Aber auch hier ist die Definition nicht aus gereift. Denn in dieser Definition ist auch noch Platz für ein Portrait Rembrandts oder eine Zeichnung eines Architekten. Um von einer wirklichen Geschichte der Schrift sprechen zu können ist es nötig, eine weitere Ebene hinzuzufügen: Die der Eindeutigkeit. Ein Bild Rembrandts, eine Kinderzeichnung oder die Skizze eines Hauses ist immer interpretationsbedürftig. Als Schrift kann daher nur das bezeichnet werden, dessen Eindeutigkeit erlernt werden kann, deren Eindeutigkeit festgelegt ist.

Diese Eindeutigkeit muss aber in zwei Funktionen festgelegt sein. Zum einen muss es eindeutig semantisch sein, es darf also nur ein Zeichen, eine Zeichenfolge für ein bestimmtes Objekt stehen (wobei es auch dort Ausnahmen gibt), was als semasiographisches Zeichen bekannt ist, und es muss sich phonetisch angleichen. Trifft sowohl die Semasiographie zu als auch die phonetische Angleichung, die sich darin äußert, dass einem Zeichen auch nur eine Lautfolge, ein Laut zugeordnet wird, spricht man von Glottographie.

Mit diesen Eingrenzungen haben wir bereits eine erste historische Dimension eröffnet. All diese Abgrenzungen sind wohl historisch innerhalb der Menschheitsgeschichte passiert. So kann Schenkel etwa von verschiedenen Phasen sprechen, die sich ereignet haben. Die erste semasiographische Phase etwa vollzieht sich dahin gehend, dass ein Objekt gezeichnet wird, um dieser Zeichnung genau das gezeichnete Objekt zuzuordnen, in einem weiteren Schritt wird eine Objekt gezeichnet, um ihm eine Reihe von Objekten zuzuordnen, die alle Ähnlichkeiten aufweisen. Abschließend wird in dieser Phase etwas gezeichnet, was einem abstrakten nicht sichtbaren Objekt entspricht. Die zweite Phase ist nun auch auf die Lautebene erweitert. So wird nun etwa ein Objekt gezeichnet, dass mit dem gemeinten Objekt außer dem Klang nichts zutun hat. Dürscheid führt die Zeichnung eines Fußballtores an, das eigentlich einen Narren, einen Tor darstellen soll. Der nächste Schritt ist die sog. Rebusschreibung. Um ein komplexes Wort zu schreiben, muss nun zwei Zeichen gefunden werden, die lautlich zu dem gemeinten Wort passen. Dürscheid und Wigger nennen beide das Beispiel von Kuh und Bus, die gezeichnet werden, um einen Kubus darzustellen. Schließlich wird diese eher umständliche Art und Weiseersetzt durch eine Konvention, in der ein Satz von Zeichen zusammengestellt wird, der für alle in der Sprache vorkommenden Lautformen ausreicht. Schlussendlich bedarf es nur noch einer orthografischen Fixierung, in der festgelegt wird, dass nur eine bestimmte Schreibform für eine Lautform gilt.

Um diese Theorie der allmählichen Schriftentwicklung mit Beispielen zu füllen, muss geklärt werden, warum überhaupt angefangen wurde zu schreiben bzw. mit einer Frühform der Schrift begonnen wurde. Allgemein wird davon ausgegangen dass mit dem Beginn einer Religion Zeichen verwendet wurden. Die Schrift ist also Ausdruck von einer magisch-religiösen Kultur. Die Höhlenmalereien etwa scheinen eine solche Funktion erfüllt zu haben, das aufzeichnen von Jagdszenen sollte das Jagdglück der wirklich Jagenden beeinflussen. Auch sind laut Haarmann rituelle Jagden innerhalb der Höhle belegt bar, wo mit Sperren gegen die gemalten Tiere vorgegangen wurde. Auch ohne dieser Interpretation folgen zu wollen, ist wohl auch möglich, dass die Zeichnungen unterstützend waren, um eine Geschichte einer großen Jagd zu erzählen, die durchaus religiösen Wert gehabt haben kann. Sie könnte auch Zeichen für andere Menschen gewesen sein, dass hier gut zu Jagen ist, dass andre hier jagen oder dass alles leer gejagt worden ist. Sicher ist aber, dass diese Zeichen eine Bedeutung hatten, die anderen, ob Menschen oder Naturgeistern symbolisieren sollten, dass hier etwas geschah oder zu geschehen habe.

Aber diese Zeichnungen sind offen für Interpretationsspielraum. Andere historische Gegenstände lassen diesen nicht. So sind etwa die Knotenschnüre der Inka oder die Zählsteiner der Sumerer ganz klar zugeordnet und konventionalisiert. Meistens sind besteht die Konvention daraus, dass hier gezählt werden sollte, gerechnet, nicht geschrieben. Gleichwohl ist aus daraus wohl das Schriftsystem entstanden. Die Zählsteine der Sumerer führten zur Schrift. Deren Geschichte ist ausgiebig belegt und wie so oft ist es auch hier der Handel, der ausschlaggebend war. Ein Zählstein war eine Tonfigur, die ein Objekt oder die Maßeinheit eines Objekts repräsentierte. Transportiert wurden diese Tonfiguren wiederum in Fässern aus Ton, auf denen zur besseren Orientierung, aufgezeichnet war, was für ein Inhalt sich dar innen befand. Schließlich war es unnötig diese Zählsteine weiter zu nutzen, da man sie ja bereits in den Symbolen an den Tonfässern hatte. Die Tonfässer wurden durch Tafeln ersetzt, die Zählstein wurden zu Stempeln, die allerdings nur ein Zwischen schritt waren, bevor man begann, mit einem Griffel die zu ritzen. Die Anzahl wurde durch ein Symbol angezeigt. Das ist übrigens auch die Erfindung nicht nur der Schrift sondern auch des Geldes.

Aber wie so oft in Forschung, ist auch das Ursprung des Schriftsystems unbestimmt. Wenn gleich es Usus ist, zu sagen, in Mesopotamien hat sich die europäische Schrift entwickelt, so gibt es auch Forscher (Haarman) die sagen, in den Schriften aus dem Balkanraum findet sich der wahre Anfang. Dem mag so sein, wie man will. Rezeptionsgeschichtlich ist die Schrift der Sumerer jedenfalls die wichtigere, geht auf sie doch unser Schriften zurück. Die sog, Vinča-Schrift mag älter sein, wenn es sich um eine Schrift handelt, wichtiger aber ist für Europa die Schrift der Sumerer. Diese begann tatsächlich mit der Darstellung von Objekten, die im Zuge einer sich vollziehenden Schriftvereinfachung immer stilistischer wurden. Der Übergang vom semasiographischen Schriftbild zum glottographischen führt nun über den Rebus. Da die summerische Sprache aus einsilbigen Wörtern bestand, waren viele Worte gleichlautend und konnten nur aus dem Kontext erschlossen werden. Für die schriftliche Darstellung eines Verbs etwa konnte, die bildhafte Darstellung eines Objekts genommen werden, das gleichlautete. Über lange Zeit waren beide Bedeutungen gleichrangig. Das heißt, dass sowohl ein Bild sowohl als Logogramm in Gebrauch sein konnte, als auch als auch als Phonogramm. Das vereinfachte das Lesen nicht wirklich. Auch die Tatsache, dass ein Symbol mehrere Bedeutungen haben konnte ist zum praktischen Gebrauch eher ungeeignet, führte daher zur Beifügung eines weiteren Zeichens (sog. Determinativen), das das geschriebene eindeutig kennzeichnen sollte bzw. in welcher Bedeutung das Zeichen zu lesen war. Schließlich wurden die ursprünglichen Logogramme nicht nur als Phonogramme genutzt, sondern auch zur Andeutung von Flexion, wenn eine Endung etwa gleich klang wie ein anderes Wort. Damit waren Worte aber plötzlich zweisilbig und ein Zeichen war jetzt nicht mehr nur Logogramm und Phonogramm sondern zusätzlich Syllabogramm.

Die Funktion des Logogramms verlor ein solches Zeichen dann, wenn die Schrift durch Übernahme einer anderen Kultur übernommen wurde. Diese nutzte nun zwar die Zeichen der ursprünglichen Kultur, übertrug sie aber auf ihre eigene Sprache, so dass die Zeichen, die ursprünglich für etwas gestanden hatten (etwa Bergland), nun für „Land“ und „Erde“ standen, aber nicht für „Berg“. Die lautliche Bedeutung aber blieb erhalten. So ist für die akkadische Sprache belegt, dass das Wort „kur“ genutzt wurde, um ähnlich klingende Silben zum Ausdruck zu bringen. Die Worte waren nun nur noch reine Schallzeichen.

Auch die bekannte Hieroglyphenschrift der Ägypter war eine Rebusschrift, die ähnlich funktionierte wie das Summerische, dessen Geschichte dargestellt worden ist. Auch hier konnte eine Zeichen sowohl für ein Objekt stehen, als auch für einen Laut. Auch die Hethiter verwendeten eine Hieroglyphenschrift, die allerdings anderes als die ägyptische nicht konsonantisch war, sondern silbisch. Das gilt auch für die Schrift Linear B, bei der es sich vermutlich um eine Sakralschrift handelt.

Die Alphabetschrift, auf der das lateinische Alphabet beruht, stammt von den Phöniziern, die als Handel treibendes Volk des Mittelmeerraums ihre Schrift in die Ägäis transportierten, wo sie zum griechischen Alphabet wurde. Allerdings mit kleinen Änderungen. Der Tradition des Nahen Ostens folgend, war die Schrift der Phönizier eine reine Konsonantenschrift, die Griechen wandelten einzelne Zeichen der Schrift, für die sie keine Laute und daher keine Verwendung hatten, um, um ihre Vokale auszudrücken. In der Phase der griechischen Expansion nahmen die Griechen ihre Schrift mit und verteilten sie im ganzen zu besiedelten Gebiet. In Italien trafen sie auf die Etrusker, die die Schrift übernahmen und leicht veränderten. Dieser Typ wurde schließlich von Rom aus in ganz Europa, wenn auch leicht verändert, verbreitet und ist bis heute, mit leichten Veränderungen, etwa durch Ergänzungen wie diakritische Zeichen oder auch umgeformte neue Buchstaben (C > G), bis heute in Gebrauch. Das Griechische Alphabet entwickelte sich zudem auch zur kyrillischen Schrift Russlands.

Dieser ausblick ist vollkommen eurozentristisch und blendet die Geschichte der asiatischen Schriftzeichen völlig aus. Allerdings ist bei diesen davon auszugehen, dass sie als Wort- und Silbenzeichen, etwa eine historische Entwicklung ähnlich der sumerischen durchgemacht haben.

Als kurzer Einschub sei hier angefügt, dass man wenn man von Schrift spricht natürlich auch von gesprochener Sprache reden muss, schon alleine aus dem Grund, dass das gesprochene Wort ja entscheidend dazu beiträgt überhaupt von Schrift zu sprechen, da ja eine phonetische Ebene erreicht werden soll. Der seit der Neuzeit gesteigerten Tendenz, davon auszugehen, dass die Schrift das Gesprochene wiederzugeben hatte oder auch der didaktischen Variante, in der die Schriftsprache dazu genutzt wird, richtig zu sprechen, muss widersprochen werden. Vielmehr muss auf Aristoteles verwiesen werden, der klar feststellte, dass sowohl geschriebene als auch gesprochene Sprache nebeneinander als zwei mediale Repräsentationen von Sprache angesehen werden.

Neben der Geschichte der Schrift existiert natürlich auch eine Geschichte der Normierung derselben. Aus rein praktischen Gründen soll hier daher nun der Versuch unternommen werden, kurz die Geschichte der deutschen Schrift und Orthografie darzustellen. Historisch betrachtet ist die Geschichte der deutschen Sprache innerhalb der Schrift recht kurz. Erst in karolingischer Zeit erscheint tatsächlich deutsche Sprache in lateinischer Schrift, etwa bei Otfried von Weißenburg oder im „Heliand“. Erst im Hoch- und vor allem im Spätmittelalter setzt sich die deutsche Sprache innerhalb des geschriebenen durch. Im Hochmittelalter sind es vor allem die epischen Romane und später Stadtchroniken, die sich in Mittelhochdeutsch und frühem Neuhochdeutsch schriftlich auffinden lassen. All diesen Texten ist gemein, dass sie nicht einheitlich geschireben sind. Zwar erkennt man in ihnen allen, dass es Deutsch ist, allerdings unterscheiden sich die Schreibweisen einzelner Wörter extrem, was vor allem an dem Dialekt liegt, den der Schreiber selber nutzte. So ist dem Nibelungenlied etwa seine süddeutsche Herkunft genauso anzumerken, wie dem Eulenspiegel seine norddeutsche. Das Mittelalter zeichnete sich überhaupt durch eine Mannigfaltigkeit der Schrifttypen aus. Nicht nur, dass man Worte unterschiedlich schrieb, auch die Art und weise der Schrift war nach Zeit und Epoche verschieden. Die aber wohl verbreitetesten Schriften waren die karolingische Minuskel und die irische Unziale. Daneben gab es zahlreiche repräsentative Schriften wie etwa die Gothica. Mit der Erfindung des Buchdrucks jedoch wurde viel vereinheitlicht, was praktischer war und vor allem weniger kostete. Doch mit dem Aufkommen des Buchdrucks setze auch das Verlangen ein, eine klar strukturierte Schrift zu haben, eine Norm zu besitzen, die das Schreiben vereinheitlichen sollte. Die ersten Grammatiken entstanden in der Zeit des Humanismus. Doch bis es tatsächlich zu einer Einheitlichkeit kommen sollte, sollte es noch bis ins 19. Jahrhundert dauern.

Mit der Einführung der Schulpflicht gab es noch keine verbindliche Regelung. Trotzdem befasste sich die im Entstehen begriffene Germanistik mit dem Problem. Zwei Schulen entwickelten sich. Zum einen gab es die historische durch Jacob Grimm vertretene Auffassung, die davon ausging, dass nicht historisch belegbare Schriftentwicklungen abgeschaffte gehörten, was also etwa das Dehnungs-H oder die Vokalverdoppelung betroffen hätte und sich auch auf eine generelle Kleinschreibung bezog. Die andere Position war die phonetische, die sich dafür aussprach Schreibung an der Aussprache zu orientieren. Ihr wichtigster, wenn auch nicht radikalster Vertreter war Rudolf von Raumer. Die radikalsten Vertreter forderten, dass es eine genaue Phonem-Graphem-Konkurrenz geben solle, was unter anderem dazu geführt hätte, dass „vieh“ „fi“ geschrieben worden wäre. Mit der Reichsgründung 1871 wurde auch das Bestreben großer die Sprache zu vereinheitlichen. 1876 tagte daher die 1. Orthographie-Konferenz. Neben Von Raumer war auch Konrad Duden Mitglied. Die Konferenz scheiterte allerdings. Sowohl die Öffentlichkeit als auch Teilnehmer sprachen sich gegen einzelne Punkte des Ergebnisses aus. Der Wegfall des Dehnungs-h in manchen Fällen war vielen ein Dorn im Auge. Allerdings blieben dauerhaft der Wegfall von „Th“, die Schreibung von „K“ anstelle von „C“ in eingedeutschten Fremdwörtern und schließlich wurde-ieren mit „ie“ statt nur mit „i“ geschrieben. Auf Grund des Widerstands der einzelnen Länder blieben die Beschlüsse der Konferenz ohne Folgen. Die Länder Bayern und Preußen jedoch erließen Schulorthographien in Anlehnung an die Konferenz, wobei diese Schreibung dann auch in der Schweiz verbindlich wurde. Auch Konrad Duden nahm diese Idee auf und schrieb 1880 ein Wörterbuch, in dem sich die Wörter nach dieser Schulorthographie richteten. 1901 tagte dann die 2. Orthographische Konferenz, die auf der Grundlage der preußischen Schulorthographie endliche eine verbindliche Einigung erlangte. Im Jahre 1903 war die deutsche Rechtschreibung endlich staatlich kodifiziert, aber weder vereinfacht noch immer eindeutig, was die Buchdrucker schier verzweifelte. Das von Duden extra für diese Berufsgruppe erstellte Lexikon wurde 1915 in einer Neuauflage an den normalen Duden angekoppelt, was erneut zu einem Durcheinander führte. Eine nächste eingreifende Reform war die Abschaffung der Sütterlinschrift durch die Nationalsozialisten, die dem perfiden Ziel unterstellt war, dass es für das deutsche Volk einfacher sei, die lateinische Schrift zu lernen, als für die unterworfenen Völker die Sütterlinschrift.

Die erste bundesdeutsche Konferenz zur Neuregelung der Rechtschreibung fand 1954 statt. Die Ergebnisse dieser Konferenz aber wichen teilweise enorm vom Duden-Standard ab. Die KMK setzte daher den Beschluss aus und hoffte auf eine baldige Reform. Allerdings sollte es zu einer Reform erst 1996 kommen. Die Rechtschreibreform von 1996 ist allerdings bis heute nicht ordnungsgemäß umgesetzt worden. Die öffentliche Meinung wurde durch Medien gegen diese Reform geschürt, die vor allem darauf abzielte, das Lernen der Schrift einfacher zu machen. Die FAZ und schließlich auch Springer und Spiegel kehrten nach 2000 zur alten Schreibweise zurück. Eine Reform der Reform erfolgt 2006. Dabei handelte es sich um einen Kompromiss. So wurde die in der ersten Reform von 1996 umgesetzte Regelung das „ß“ betreffend beibehalten und am Ende eines Wortes ein „ss“ geschrieben. Die Idee Komposita deren erster Bestandteil mit zwei Konsonanten endet und deren zweiter Bestandteil mit demselben Konsonanten beginnt mit drei statt zwei Konsonanten zu schreiben wurde zurück gezogen. Die weiteren strittigen Punkte insbesondere die Groß- und Kleinschreibung wie die Getrenntschreibung wurden einem bis heute tagendem Rechtschreibrat überlassen, der Empfehlungen aussprechen darf, die aber nicht bindend sind.

Eine Vereinheitlichung der deutschen Sprache scheint, wenn es nach dem Muster der hier skizzierten Geschichte so weiter geht, unmöglich. Es bleibt nach all der Zeit, in der Deutschland zu einer europäischen Mittelmacht wurde, die sechste Industrienation der Welt und es sogar schaffte, einen Verwaltungsapparat auf die Beine zustellen, der in der Welt seines gleichen sucht, in meinen Augen auch gar nicht nötig, eine Einheitlichkeit in der Schrift zu finden, wenn nicht gar bedingt durch neue Medien, die das Schriftbild verändern, unmöglich. Wenn die Geschichte der vergangenen 150 Jahre etwas gezeigt hat, dann, dass eine uneinheitliche Orthografie Deutschland nicht daran hinderte zu funktionieren – im Guten wie im Schlechten.

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