Helden und Schurken – (Post-)Heroismus von der Antike bis heute

Wer schon einmal davon gehört hat, dass es so etwas wie ComicCons gibt, also Veranstaltungen, in denen es um Figuren geht, die man aus Fernsehen, Film und Comic kennt, der wird sich mit Verwunderung die Augen darüber reiben, einen Text zu lesen, in dem es, um das Phänomen des Postheroischen gibt. Dort laufen Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsen, die jung geblieben sind, in Kostümen herum, um ihren Helden nahe zu sein. Es wimmelt dort von Super-, Fledermausmännern und auch immer mehr von Batgirls, Wonder Women und anderen Figuren.

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Drachen, Monster und sagenhafte Könige. Das Mittelalter als Zeitalter des Postfaktischen

Seit der Wahl Donald Trumps ist klar: Wir leben im postfaktischen Zeitalter, in dem mit alternativen Fakten gearbeitet wird. Gleichzeitig lernen wir, dass es Narrative gibt, die den öffentlichen Diskurs genauso bestimmen wie fachliche, etwa in den Wirtschaftswissenschaften oder an der Börse. Ein Narrativ ist eine Interpretation von Fakten. Je nachdem wie man diese präsentiert, kann man ganz andere Geschichten erzählen. Weil aber solche Geschichten das menschliche Bewusstsein prägen, kann man, wenn man weiß, wie man eine Geschichte erzählen muss, um eine gewisse Prägung zu erhalten, die Fakten so darlegen und interpretieren, dass sie richtig geframet werden. Oder kurz: Im postfaktischen Zeitalter framen wir mit alternativen Fakten Narrative zwecks Manipulation der Mehrheit.

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Bio, Öko und das Klima – Die Ästhetik der politischen Ökologie

Seit jeher schlagen zwei (wenn nicht mehr) Herzen in der Brust der Menschen. Auf der einen Seite ist dort der Wunsch nach Veränderung, zum anderen der Wunsch nach Beständigkeit. Der eine will wissen, was jenseits der Grenzen seines Heimatortes liegt, die andere sehnt sich nach der Bekanntheit des eigenen Zuhauses. Jene sieht die aktuelle Situation und möchte sie verändern, jener sieht die selbe Situation und wünscht, alles soll so bleiben, wie es ist.

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Lesung: Wuppertal – die geteilte Stadt im Spätmittelalter

Ich lese aus meinem Buch „Im Wupperthal vor Wupperal“. Das Video ist ein unzureichender Ersatz für zwei Veranstaltungen, die am Freitag, den 24. April, und am Mittwoch, den 29 April 2020, hätten stattfinden sollen.

Viel Vergnügen mit der Übertragung aus meinem Arbeitszimmer.

Zurück(ge)geben? Über die Restitutionsdebatte in europäischen Museen

In Europas Museen geht es schon lange nicht mehr verschlafen zu. Die stille Idylle, in der sich der Geist mit Kunst und Kultur anderer Regionen beschäftigen konnte, gibt es nicht mehr (und hat es nie gegeben). Seit einigen Jahren werden vor allem ethnologische Museen stark unter die Lupe genommen. Woher kommen die Exponate, wer hat sie geholt und wie kamen sie eigentlich in euren Besitz? Seit dem Berliner Humbold-Forum und den Benin-Bronzen zeigt sich diese Diskussion auch vermehrt in der Öffentlichkeit und soll in der Veranstaltung eingeordnet werden.

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Der Zufall mischt die Karten, aber das Schicksal verteilt sie

Irgendwo im Netz fand ich neulich den Spruch, der die Überschrift bildet. Er hat mich verwirrt. Schicksal oder Zufall? Wo ist der Unterschied? Lässt man sich beide Begriffe erklären, fällt eines recht schnell auf: Der Mensch kann von beiden beeinflusst werden, hat aber keinen eigenen Einfluss auf beide.

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Tiere im Mittelalter – Von Pferden, Hunden, Katzen und anderem Ungeheuern

I. Einleitung

Einen Aufsatz über die Geschichte der Tiere im Mittelalter zu halten, ist aus zwei Gründen mutig. Zum einen ist die Quellenlage, verglichen mit dem, was man aus späteren Zeiten kennt, eher spärlich, zum anderen, muss man, weil die Quellenlage so spärlich ist, auf alles zurückgreifen, was man hat und das bedeutet wiederum, dass man neben den klassischen Dokumenten der Geschichtswissenschaft, also Urkunden, Verträgen, Chroniken und den Büchern der klassischen Geschichtsschreiber, auch auf theologische Traktate, literarische Epen und künstlerische Darstellungen zurückgreifen muss.

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Around the skull – Schädel und ihr Kult in globaler Perspektive

Einleitung – Schwarze Schädel: Verbindung, Verständnis, Verwendung

Das Zeigen von Skeletten und Schädeln sorgt in einer breiten Öffentlichkeit noch immer für seltsame und beängstigende Gefühle. Die Nähe des Todes, die durch den skelettierten Kopf eines Menschen ausgedrückt wird, ist für ein Gros der Menschen der westlichen Welt unangenehm und kein Thema, mit dem man konfrontiert werden möchte.

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Wege des Wissens – Praktische und theoretische Kenntnisse über die Ostsee in vormodernen Zeiten

I. Einleitung: Das Geschaffene der Anderen – zur Bedeutung der Wissen(schaft)sgeschichte

Die Wissenschaft ist eine Institution, die Wissen schafft. Diese Aussage ist mehr als ein bloßes Wortspiel. Scheinbar ist es nötig Wissen zu schaffen. Es ist nicht von vornherein da. Bleibt die Frage, wie Wissen geschaffen wird. Die moderne Naturwissenschaft und mit ihr die Ozeanographie ist dabei recht eindeutig. Eine Fragestellung wird durch Experiment belegt oder entkräftet. Die Tatsache, dass man von „moderner“ Naturwissenschaft spricht, zeigt aber auch, dass dies nicht immer so war.

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