Zurück(ge)geben? Über die Restitutionsdebatte in europäischen Museen

In Europas Museen geht es schon lange nicht mehr verschlafen zu. Die stille Idylle, in der sich der Geist mit Kunst und Kultur anderer Regionen beschäftigen konnte, gibt es nicht mehr (und hat es nie gegeben). Seit einigen Jahren werden vor allem ethnologische Museen stark unter die Lupe genommen. Woher kommen die Exponate, wer hat sie geholt und wie kamen sie eigentlich in euren Besitz? Seit dem Berliner Humbold-Forum und den Benin-Bronzen zeigt sich diese Diskussion auch vermehrt in der Öffentlichkeit und soll in der Veranstaltung eingeordnet werden.

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Der Zufall mischt die Karten, aber das Schicksal verteilt sie

Irgendwo im Netz fand ich neulich den Spruch, der die Überschrift bildet. Er hat mich verwirrt. Schicksal oder Zufall? Wo ist der Unterschied? Lässt man sich beide Begriffe erklären, fällt eines recht schnell auf: Der Mensch kann von beiden beeinflusst werden, hat aber keinen eigenen Einfluss auf beide.

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Tiere im Mittelalter – Von Pferden, Hunden, Katzen und anderem Ungeheuern

I. Einleitung

Einen Aufsatz über die Geschichte der Tiere im Mittelalter zu halten, ist aus zwei Gründen mutig. Zum einen ist die Quellenlage, verglichen mit dem, was man aus späteren Zeiten kennt, eher spärlich, zum anderen, muss man, weil die Quellenlage so spärlich ist, auf alles zurückgreifen, was man hat und das bedeutet wiederum, dass man neben den klassischen Dokumenten der Geschichtswissenschaft, also Urkunden, Verträgen, Chroniken und den Büchern der klassischen Geschichtsschreiber, auch auf theologische Traktate, literarische Epen und künstlerische Darstellungen zurückgreifen muss.

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Around the skull – Schädel und ihr Kult in globaler Perspektive

Einleitung – Schwarze Schädel: Verbindung, Verständnis, Verwendung

Das Zeigen von Skeletten und Schädeln sorgt in einer breiten Öffentlichkeit noch immer für seltsame und beängstigende Gefühle. Die Nähe des Todes, die durch den skelettierten Kopf eines Menschen ausgedrückt wird, ist für ein Gros der Menschen der westlichen Welt unangenehm und kein Thema, mit dem man konfrontiert werden möchte.

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Wege des Wissens – Praktische und theoretische Kenntnisse über die Ostsee in vormodernen Zeiten

I. Einleitung: Das Geschaffene der Anderen – zur Bedeutung der Wissen(schaft)sgeschichte

Die Wissenschaft ist eine Institution, die Wissen schafft. Diese Aussage ist mehr als ein bloßes Wortspiel. Scheinbar ist es nötig Wissen zu schaffen. Es ist nicht von vornherein da. Bleibt die Frage, wie Wissen geschaffen wird. Die moderne Naturwissenschaft und mit ihr die Ozeanographie ist dabei recht eindeutig. Eine Fragestellung wird durch Experiment belegt oder entkräftet. Die Tatsache, dass man von „moderner“ Naturwissenschaft spricht, zeigt aber auch, dass dies nicht immer so war.

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Das Nibelungenlied im Deutschunterricht

Gemeinhin wird das Mittelalter im Deutschunterricht wenig behandelt. Das mag vor allem daran liegen, das ein Fokus auf die neuere Literatur gelegt worden ist und dass Deutschlehrer ihren Fokus während ihres Studiums auch darauf legten. Auch im Rahmen des Lehrplans der Oberstufe in NRW kommt das Mittelalter im Deutschunterricht nicht explizit vor, kann daher nur im Rahmen der Unterrichtseinheit „Deutsche Literatur vor 1700“ behandelt werden, eine so weite Zeitspanne, dass vom Hildebrandtslied bis zu Grimmelshausen alles darunter fallen kann. Hinzu kommt die Tatsache, dass etwa das Zentralabitur für NRW diese Epoche mit Gedichten des Barock verlangt.

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Hilflos

Es ist diese Hilflosigkeit, die einen fertig macht. Man heiratet und will nur mit seiner Frau zusammen sein. Ein einfaches Prinzip. Nur, was ist, wenn die Ehefrau gar keine Deutsche, ja nicht mal Europäerin ist? Dann wird es kompliziert, denn auf einmal wird der Wunsch nach Zweisamkeit, zumindest gefühlt, zum Verbrechen. 

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Schriftgeschichte – ein Überblick

Bei einer Überblicksdarstellung einer historischen Entwicklung eines Gegenstands ist es üblich chronologisch vor zugehen und am Anfang zu beginnen. Wo ein solcher Anfang liegt ist aber immer davon abhängig, wie der zu beschreibende Gegenstand definiert wird. Das ist bei der Geschichte der Schrift nicht anders. Daher wollen auch wir mit einer Definition anfangen.

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Stadthistoriker Heiko Schnickmann

Interview mit Heiko Schnickmann Thema: Die Geschichte der Immanuelskirche

Heiko Schnickmann, geboren 1983, ist freiberuflich als Historiker, Germanist und
Erziehungswissenschaftler tätig. Nebenher schreibt er Bücher und Aufsätze. Darin befasst er sich mit kulturhistorischen Themen zu Sprache und Interkulturalität sowie Tieren und dem Bergischen Land. Zudem ist er ab und zu auch ein gern gesehener Stadtführer.
Wir haben ihn anlässlich unserers Jubiläums Immanuel 150 I 35 interviewt.

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Grenzraum und Territorialbildung

Überlegungen zur spätmittelalterliche Herrschaftskonsolidierung im bergisch-märkischen Grenzraum am Beispiel Wuppertals

I. Vorbemerkung

Die Idee zu diesem kurzen Text entstand bei der Arbeit zu meinem Buch zur Geschichte des Wuppertaler Stadtteils Wichlinghausen. Die Prämisse, unter der ich das Buch schrieb, bestand darin, Mittelalter und Früher Neuzeit ebenso viel Raum zu geben, wie der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts. Der letzte Zeitraum ist innerhalb der regionalhistorischen Forschung zur Stadt Wuppertal besonders gut erarbeitet worden, was zum Teil so weit geht, dass Stadtteilführer behaupten können, die Geschichte beginne erst mit der Industrialisierung.

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